DEUTSCHE ORCHIDEEN-GESELLSCHAFT E. V.
Gruppe Nordbayern
 
Home Gruppe Die Orchidee Links Sitemap  

 Die Orchidee 
  Jahrgang  2008
2007
2006
2005
2004
2003
2002
 
     2001  
        Heft 1
    Heft 2
    Heft 3
    Heft 4
    Heft 5
    Heft 6
    2000
1999
1998
1997
1996
1995
1994
1993
1992
1991
1990
1989
1988
1987
1986
1985
1984
1983
1982
1981
1980
1979
 
 








Entwurf und Umsetzung:
Manfred Merz

Powered by:

 

 

 
Jürgen Röth B. R.

Cattleya aclandiae LINDLEY, Edwards`s Botanical Register.

Keywords: Cattleya aclandiae, Kultur, Geschichte.

Synonym: Epidendrum aclandiae (LINDL.) RCHB. F., WALPERS Annales Botanices Systematicae 6:312,1861.
 

Heimat: Die Art ist in Brasilen im Staat Bahia verbreitet. Sie wächst epiphytisch von der Küste bis in Höhenlagen von 400 m.

Kultur: C. aclandiae wächst am besten im Warmnhaus bei hoher Luftfeuchte. Sie sollte recht hell stehen, nur bei brennend heißer Sonneneinstrahlung gibt man leichten Schatten. Gegossen wird erst, wenn der Pflanzstoff gut abgetrocknet ist. In der Ruhezeit, im Winter, steht sie recht trocken bei Temperaturen nicht oder nur wenig unter 14 ℃. Man pflegt sie aufgebunden am Block oder

Cattleya aclandiae var. nigrescens, Foto: A. Seidel
Cattleya aclandiae var. nigrescens Foto: A. Seidel

in kleinen Gefäßen in grobem Pflanzstoff und bei hoher Dränage. Im Frühjahr beginnt sich der Neutrieb zu entwickeln. Nach dessen Ausreifen im April/Mai, oft erst im Juni/Juli oder auch August/September erscheinen die Blüten. Die Pflanze bildet in manchen Jahren zwei Neutriebe aus.

Cattleya aclandiae, Foto: J. Röth

Cattleya aclandiae

Foto: J. Röth

Wissenswertes: Die Pflanze wurde 1839 von Marine-Leutnant JAMES in Bahia, Brasilien, in Küstennähe entdeckt und nach England gebracht. Bei Sir Thomas ACLAND auf Killerton brachte dessen Gärtner CRAGGS sie im Juli 1840 zur Blüte. LINDLEY beschrieb die Art im August 1840 in „Edwards's Botanical Register” 26:t.48 und REICHENBACH fil. stellte sie 1861 in „WALPERS Annales Botanices Systematicae” zur Gattung Epidendrum. Im Habitus und in der Wuchsgröße erinnert C. aclandiae an C. schilleriana. Im blühenden Zustand ist sie jedoch leicht durch die von der Säule flach abgespreizten haibrunden Seitenlappen ihrer Lippe zu erkennen.

Verschiedene Formen und Farbvananten sind beschrieben worden, z.B. var. alba hort. ex FOWLIE, Blüte grünlich, nicht gefleckt, Lippe weiß; var. coerulea hort. ex FOWLIE, Blüte magentarot, wenig gefleckt, Lippe blau geadert; var. maxima hort. ex LINDLEY, Blütenblätter groß, gelbgrün mit großen dunkel rotbraunen Flecken. Die Art variiert jedoch in der Größe ihrer Blüten, in der Breite ihrer Blütenblätter sowie in deren Grundfarbe und Intensität der Fleckung.

C. aclandiae wurde häufig zur Züchtung eingesetzt, besonders zur Erzielung kieinwüchsiger, aber großblütiger Hybriden mit substanzreichen, intensiv gefärbten und gefleckten Blüten. Die Art vererbt ihren niedrigen Wuchs. eine gute Substanz der Blüten, häufig auch gefleckte Blütenblätter, aber auch eine geringere Blütenanzahl. Größe und Farbe der Blüten werden weitgehend vom Kreuzungspartner beeinflusst. Bis einschließlich des Jahres 2000 entstanden allein schon etwa 26 Primärhybriden. Die erste Kreuzung mit C. aclandiae entstand 1863 bei VEITCH in England aus C. aclandiae x C. loddigesii = C. Brabantiae. Zwei Jahre später folgte, ebenfalls bei VEITCH, C. Quinquecolor aus C. aclandiae x C. forbesii.

Etymologie: Die Art wurde zu Ehren von Lady ACLAND auf Killerton/Devonshire benannt, einer englischen Orchideenliebhaberin des 19. Jahrhunderts. Mrs. ACLAND malte die Vorlage zur Farbtafel in „Edwards's Botanical Register” für die Neubeschreibung der Art.

 

Jürgen Röth, Angelungstraße 2, D-99986 Flarchheim
Anfang

Leseprobe aus "Die Orchidee" 52(6), 2001:701.